zur Startseite
10

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Bewertungschronik

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Schauspiel

Ein Rummelnachtstraum

Theatraler Jahrmarkt frei nach W. Shakespeare

Premiere: 28.8.2026

Der Rummel und die Fahrgeschäfte sind von 14 bis 18 Uhr und von 18 bis 22 Uhr geöffnet, die theatralen Aufführungen beginnen jeweils um 15 und um 19 Uhr

... Dreams are my reality … Ein Theaterstück auf dem Rummel? Ein Theaterstück auf dem Rummel! Das Staatstheater Kassel lädt ein zum sommerlichen Spektakel frei nach William Shakespeare. Zum Neustart der Schauspielsparte entführen Sie bildende Künstler:innen und Darsteller:innen in Shakespeares legendären Zauberwald, in dem die Alltagsregeln ausgehebelt werden. Die Tradition des Jahrmarktstheaters erwacht zu neuem unerwarteten Leben. Der gesamte Rummel ist Bühne und Ausstellungsort: Sobald Sie durch die Tore kommen, sind Sie Teil der Attraktion.

Zwischen Schauspielhaus und Ottoneum – jenem Ort, wo Schausteller erstmalig sesshaft wurden – trifft Shakespeares Stück auf die Vergnügungslust unserer Zeit, greift in unsere Gegenwart und wird von dieser überschrieben. Rummel, Theater und bildende Kunst verschmelzen zu einer außergewöhnlichen Form des Erzählens, zu einer theatralen Erfahrung zwischen Zuckerwatte und Autoscooter. Ein rauschhaftes Erzählen, das der Lebensfreude der Jahrmärkte verpflichtet ist. Spüren Sie, was passiert, wenn Theater, Oper und Tanz mitten in den Rummel greifen!

Der Theatrale Jahrmarkt ist eine Kooperation des Staatstheaters Kassel mit Schellbergs Veranstaltungsbetrieben und wird in Zusammenarbeit mit Bewegungsperspektiven für Licht, Kunst und Kultur e.V., dem Naturkundemuseum im Ottoneum und zahlreichen weiteren Partner:innen realisiert.

Im Ticketpreis zusätzlich enthalten ist vier Mal die Nutzung von Attraktionen wie Autoscooter, Schießbude, Kettenkarussel und vielem mehr. Ein außergewöhnliches Theatererlebnis für Jung und Alt, ein Kunstrummel für alle.

Regie: Alexander Eisenach
Choreographie: Ilana Reynolds
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Sara Dec

Mit: Ensemble Schauspiel, Ensemble Musiktheater, Tänzer:innen von TANZ_KASSEL, PLUS-Ensemble

Ein Rummelnachtstraum bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Ein Rummelnachtstraum

Schauspiel

End of beginnings, Ich fühls!

mit Texten von Reisenden, Sarah Franke und Ensemble

Premiere: 4.9.2026

Hello hello, turn your radio on.
Ist da jemand, da draußen?

Dieser Radiocoaster ist ein Theaterstück. Und zugleich die erste Sendung. Wir senden live. Wir senden aus verschiedenen Jahren. Wir senden von der Bühne.

On air wird moderiert, aus Archiven gelesen, Thomas Mann spricht zu den Deutschen Hörern, dazwischen: Musik. Die Kasselänerin Elisabeth Selbert, eine der vier Mütter des Grundgesetzes kämpft unermüdlich für die Formulierung des Artikel 3: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Off air und on stage gehen Beziehungen in die Brüche, Geschichten entwickeln sich parallel – das kleine Leben neben dem großen Rauschen. Doch die Außenwelt dringt nach und nach in das Studio ein; Geschichten, Schicksale, Zeiten überlagern sich, kippen ineinander. Lieder werden zu Szenen. Szenen werden Realität. Realität wird wieder Radio.

Someone found a letter you wrote me on the radio.
Ein Brief. Ein Geständnis, das eigentlich privat war – und plötzlich öffentlich. Liebe wird verlesen. Gefühle werden ausgestrahlt. Familienkonstruktionen entstehen und zerfallen zwischen Nachrichtenmeldungen und Jingles. Politik unterbricht Intimität. Intimität unterwandert Politik.

Radio, live Transmission.
Das Radio war immer ambivalent. Es war mehr als Unterhaltung: Es war Warnsystem. Zuflucht. Liebesbote. Widerstand. Radio Free Europe. Zensierte Stimmen. Ein Sprachrohr für Propaganda. Und gleichzeitig der Ort, an dem ein Lied spielte, das man nie vergessen hat.

This won’t be played on your radio tonight.
Genau hier beginnen die Lücken. Das Ungesendete, was nur im Live-Raum, auf unserer Bühne passieren kann.

Dance, dance, dance to the radio.
Joy Division trifft Donna Summer. R.E.M. trifft Shakespears Sister. Kitsch wird ernst genommen.

End of beginnings, ich fühls! ist ein Abend über Zeit und Gleichzeitigkeit. Über Liebe und Kampf. Über Exil und Zuhause. Über Stimmen, die gehört werden – und über jene, die verschwinden.

Turn the volume up.
Vielleicht hören Sie etwas, das Sie schon lange gesucht haben.

Regie: Sarah Franke
Choreographie: Gili Goverman
Bühne: Ann-Christine Müller
Kostüme: Bettina Werner
Sounddesign (bis Premiere): Rahel Hutter, Ariel Victor Schlichter
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Laura Ellersdorfer

End of beginnings, Ich fühls! bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte End of beginnings, Ich fühls!

Fest

Theaterfest 26/27

Das große Theaterfest für die ganze Familie.

Am 30. August 2026 laden wir ein zu einem abwechslungsreichen Tag voller Kultur, Begegnungen und spannender Einblicke hinter die Kulissen. Auf dem Programm stehen wie immer Mitmachaktionen, Führungen, Kostümverkauf sowie Angebote für die ganze Familie. Lernt die Vielfalt unseres Theaters kennen und kommt mit Künstlerinnen, Künstlern und Mitarbeitenden ins Gespräch.

Das genaue Programm folgt in Kürze.

Theaterfest 26/27 bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Theaterfest 26/27

Schauspiel

Revolution ist machbar, Herr Nachbar!

Ein Abend über 1968 und die Getty-Zwillinge von und mit Rainald Grebe

Die Kasseläner Zwillinge Jutta und Gisela treibt es raus aus der Provinz, bestenfalls direkt in die Geschichtsbücher — oder wenigstens in die Boulevardpresse. Im Trubel der 68er-Revolte zieht es das jugendliche Schwesternpaar vom Avantgardefilm in revolutionäre Zellen nach Bochum und Berlin. Nach kurzlebigen Ehen landen sie plötzlich in Rom, begegnen Filmgrößen wie Federico Fellini und verwickeln sich in ein spektakuläres Geiseldrama mit der italienischen Mafia um Paul Getty III, den Enkel des reichsten Mannes der Welt. Sie nehmen alle verfügbaren Drogen und prügeln sich in Hollywood um Bob Dylan. Sie meistern die Selbstinszenierung als It-Girls der 68er, bevor sie mit Rainer Langhans im sogenannten Harem „den Marsch durch die inneren Institutionen“ antreten, um sterben zu lernen.

Und (fast) genauso der Liedermacher und Kabarettist Rainald Grebe: aus der rheinischen Provinz ohne Kohle nach Berlin. Nach vielen Alben, Konzertreisen auf der ganzen Welt und überlebten Schlaganfällen steht er live auf der Bühne im Kasseler Schauspielhaus und spürt nach, was jetzt bleibt von der nie geschehenen Weltrevolution einer sterbenden Generation. Mit Liveband, Geräuschemacherei und jungen Filmschaffenden reflektiert er Anfang und Ende jenes langen Marschs, vom Underground über Umwege ins Altersheim.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Jürgen Lier
Kostüme und Objekte: Janna Skroblin
Musik: Jens-Karsten Stoll
Geräuschemacherin: Mareike Trillhaas
Licht: Brigitta Hüttmann
Video: Lorenz Dauber
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Alexander Olbrich, Felix Linsmeier

Revolution ist machbar, Herr Nachbar! bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Revolution ist machbar, Herr Nachbar!

Schauspiel

Auf diese Steine können Sie...

Eine Performance mit Einbauküche von hannsjana

Das Einfamilienhaus erscheint uns heute als natürliche Wohnform, ist aber eigentlich eine konservative Idee aus den 1950er Jahren: Als Teil von Konrad Adenauers innenpolitischem Versuch, die BRD als Bollwerk gegen den Kommunismus aufzustellen, wurden die gesetzlichen Grundlagen für den Bauboom von Einfamilienhäusern geschaffen.

Deren Architektur prägt bis heute, wie wir unser Leben in Gemeinschaft organisieren. Einfamilienhäuser haben den Speckgürtel außerhalb des urbanen Zentrums geformt, die Deutschen zu einer Autonation gemacht und zum Wirtschaftswunder der 1960er Jahre beigetragen. Und sie haben einer fragilen Nachkriegsgeneration Stabilität gegeben. Das Gefühl, als „Häuslebauer“ nun endlich auch zur sozialen Schicht der Eigentümer zu gehören, erstickte jegliche sozialistische Idee im Keim.

Dieser emotionale und politische Wert des Eigenheims wird bis heute von einer zentralen Protagonistin bestimmt: der Hausfrau. Entlang dieser historischen Symbolfigur, die uns heute als „Trad Wife“ im Internet begegnet, geht das Performance-Kollektiv hannsjana den Auswirkungen auf den Grund, welche die Baupolitik der 1950er Jahre auf das Leben von Frauen hat: überhitzte Städte, Wohnungsnot, kaputtgesparter öffentlicher Nahverkehr, Stress und Altersarmut.

In einer Performance zwischen Kochshow und Dokumentation berichten Hausfrauen-Veteraninnen von ihrem Einsatz für den Kampf gegen den Kommunismus zuhause am Herd. Das Künstler:innen-Kollektiv hannsjana fragt mit viel Witz und Musik nach alternativen Lebensformen und entdeckt das subversive Potenzial der Hausfrau neu. Sie reißen die Klappen der Einbauküche ganz weit auf und singen:

Auf diese Steine können Sie bauen /
Auf diese Steine können Sie scheißen /
Mit diesen Steinen können Sie schmeißen!

Regie: hannsjana
Komposition: hannsjana
Bühne und Kostüm: Àngela Ribera Adrover
Licht: Stefanie Franke
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier

In Kooperation mit dem Stadtarchiv Kassel und dem Archiv der deutschen Frauenbewegung.

Auf diese Steine können Sie... bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Auf diese Steine können Sie...

Tanz

Lets talk about Trance

Transmuted Symphony

In der Saison 2024/25 setzt TANZ_KASSEL die TANZREIHE IM TIF mit SEASON 4 fort.
In Let’s Talk About Trance setzen sich die Tänzer:innen von TANZ_KASSEL mit Punk, Trance und Ritual auseinander – Eine choreografisch-tänzerische Überwindung von Konventionen in der Engführung von Eros und Thanatos.

In Transmuted Symphony wird der performative Körper zu einem Gefäß, das eine Brücke zwischen dem Ätherischen und dem Körperlichen schlägt – auch eine Brücke zwischen Leben und Tod, zwischen Diesseits und Jenseits. Die Choreografin Andrea Peña entwickelt zusammen mit den Tänzer:innen von TANZ_KASSEL eine immersive Bewegungserzählung, ein Narrativ, das eine tiefgehende Analyse von Ritual und Trance aufzeigt, welches sich durch unterschiedliche Kulturen zieht, in der ihr eigenen, sehr körperlichen und hoch athletischen choreografischen Handschrift. Andrea Peña benennt den Prozess der Kreation als „Punk as the new sublime“ und stellt konventionelle Ästhetik in Frage, indem sie rebellische Energie in die Choreografie einfließen lässt und das universelle Thema der Wiedergeburt aufgreift – eine vielleicht notwendige Entwicklung in unserer kulturellen Landschaft und auch in der Welt des Tanzes. Der Tanz wird zu einer Leinwand, auf der sich das Alte auflöst und Platz für das Entstehen zukunftsweisender Realitäten schafft. Die rohe und zeitgleich energetisch archaische Kraft des „Punk“, durchbricht etablierte Normen und Konventionen und erschafft ein kreatives Chaos.

„Widerstand, dargestellt durch die Körper der Performer:innen, wird zu einer Sprache der kollektiven Anmut – eine starke Kraft, die vereint und ermächtigt. Der Tanz entfaltet sich als eine Reihe von Poetries of Insistence, in denen jede Bewegung einen Vers darstellt, der die Dringlichkeit der Behauptung individueller und kollektiver Identitäten zum Ausdruck bringt. Lebendige Fresken subkultureller Realitäten beleben die Bühne und stellen eine zeitgenössische Landschaft verschiedener Gesellschaften dar. Die Formensprache traditionellen Tanzes und vor allem des Balletts, werden von mir in Frage gestellt, indem ich Geschlechternormen aufbreche und fließende Ausdrucksformen von Identität und Liebe zeige.“
Andrea Peña

Choreografie: Andrea Peña
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Sounddesign: Coppélia LaRoche-Francoeur
Licht: Stefanie Dühr
Dramaturgie: Thorsten Teubl, Lars Gunnar Anderstam

Lets talk about Trance bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Lets talk about Trance

Tanz

物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß

Tanz-Uraufführung von Maura Morales

„In meiner Choreografie reflektiere ich das Konzept von Mono no aware – der sanften Empfindsamkeit gegenüber der Vergänglichkeit. Es beschreibt die melancholische Traurigkeit, die uns überkommt, wenn wir die Zerbrechlichkeit der Welt und des Lebens erkennen. Doch diese Erkenntnis ermöglicht es uns auch, die Schönheit des Moments intensiver zu erleben, gerade weil er so flüchtig ist. Für mich geht es um das Spannungsfeld zwischen der Trauer über das Vergängliche und der Wertschätzung des Augenblicks. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Wissen um das Ende, das den Moment bittersüß macht, aber auch seine Schönheit verstärken kann. In diesem Zwiespalt finde ich eine tiefe, emotionale Wahrheit, die mich sowohl in der Literatur als auch im Leben begleitet und die auch Michios Leben prägte, welcher als Komponist und Lebenspartner ein wichtiger Begleiter auf dieser Reise hin zum Tanzabend Mono no aware ist.“

Die gebürtige Kubanerin Maura Morales analysiert die Zerbrechlichkeit des Lebens vor dem Hintergrund unserer neuen Gegenwart, in der neue Weltordnungen entstehen, Chaos, weltweite Flammenherde und die Rückkehr des Krieges zu einer neuen Normalität werden. Die Menschheit steht an einer Zeitenwende. Worauf müssen wir uns noch einstellen?

Die Choreografie ergründet die flüchtige Schönheit des Lebens und die fragilen Widerstände, die inmitten von Konflikten und gesellschaftlichen Brüchen aufbrechen, zeigt die Zerbrechlichkeit des menschlichen Seins und die ständige Bedrohung der Welt und wird zu einer Meditation über das Werden und Vergehen, während die Dunkelheit immer näher rückt.

Maura Morales und Michio Woigardt stehen für eine außergewöhnliche Verschmelzung von Tanz und Musik. Maura Morales bringt eine tiefgehende, emotionale Ausdruckskraft in ihre Choreografien, während Michio Woigardt mit seiner Musik die philosophischen und ästhetischen Konzepte der Bewegung intensiv unterstützt. Ihre Zusammenarbeit verbindet kreative Disziplinen auf einzigartige Weise und schafft ein beendruckendes Zusammenspiel aus Klang und Bewegung, das die Wahrnehmung und das Erleben des Publikums auf eine neue Ebene hebt.

Choreographie: Maura Morales
Bühne: Anna-Maria Peter
Bühnenbild-Mitarbeit: Thorsten Teubl
Kostüme: Maura Morales
Mitarbeit Kostüme: Anna-Maria Peter
Sounddesign: Michio Woirgardt
Licht: Oskar Bosman, Florian Mohr
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl

物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte 物の哀れ | Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß

Schauspiel

vor die hunde

ein Auftragswerk von Nora Mansmann
in einer Bearbeitung von Sarah Franke

"vor die hunde (UA)" ist eine szenische Collage von Wanderbewegungen aus Deutschland nach Brasilien seit dem 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht das deutsch-brasilianische Paar Marlene und Rosa. Um sie herum werden Schlaglichter auf verschiedene Zeitepochen geworfen. Menschen, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen haben, die sich (gewaltvoll) ein neues Zuhause geschaffen haben oder sich eben nie ganz heimisch fühlen konnten.

Vor knapp 500 Jahren hat sich Hans Staden aus Nordhessen auf den Weg gemacht und ist auf der Suche nach einem besseren Leben gleich zweimal zufällig in Brasilien gelandet. Danach schreibt er das erste deutschsprachige Buch über Südamerika: eine aus heutiger Sicht reißerische Schilderung von Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung. In seiner Heimat fast vergessen, ist er in Brasilien bis heute eine bekannte Figur.

Die aus Kassel stammende Autorin Nora Mansmann verwebt die Erfahrungen von Staden mit denen, die Rosa und Marlene heute machen und die Andere in den 500 Jahren dazwischen gemacht haben. Eine vielschichtige Erzählung über Kolonialismus, Rassismus und die Verflechtung europäischer und südamerikanischer Geschichte. Immer wieder machen Menschen sich auf den Weg von Deutschland nach Brasilien. Emilie - die Frau des Kolonisten, die mit ihrem Mann nach Brasilien muss. Maria Kahle, die Nazipropagandistin, die zufällig dort war, als der erste Weltkrieg ausbrach. Stefan Zweig, der in Brasilien den Sehnsuchtsort gefunden hat, der das zerstörte Europa für ihn nicht mehr sein konnte. Und Rita, die Auswanderin - auch auf der Suche nach dem besseren Leben mit „Samba, Sonne, Lebensfreude.“

Eine Konfrontation mit Geistern der Vergangenheit und der Gegenwart: Stimmen aus der Kolonialgeschichte mischen sich ein, Hunde und Geister widersprechen einander. Die drohende Apokalypse ist als ständige Krise in den Lebensrealitäten der Figuren spürbar. Ein Scharfstellen auf einen Punkt in der Geschichte auf das Jetzt und doch die Gewissheit, das kann nicht das Ende sein, es wird weitergehen. Machen wir etwas anders?

vor die hunde (UA) ist die erste Arbeit für das Staatstheater Kassel der Autorin und Theatermacherin Nora Mansmann. Andere Arbeiten waren bereits zu sehen am Theater Osnabrück, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach Die Troerinnen: 2nd Season (UA) und Milch & Schuld (UA) ist dies Sarah Frankes dritte Regiearbeit am Staatstheater Kassel.

Regie: Sarah Franke
Choreographie: Gili Goverman
Autorin: Nora Mansmann
Kostüme: Isabell Heinke
Bühne: Ann-Christine Müller
Musik: Felix Thewanger
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier

vor die hunde bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte vor die hunde

Schauspiel

Raststätte Jammertal

Eine poetisch-politische Erforschung nach Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen

„Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.“


Das schreibt der berühmte Dichter Heinrich Heine in seinem Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen, als er 1843 in sein geliebtes, sein gehasstes Deutschland reist, um seine Mutter zu besuchen. Schon seit zwölf Jahren lebt er im französischen Exil und hat Sehnsucht nach der Heimat: Heine, der Jude, der Christ, der Deutsche, der Franzose, der Romantiker, der Erotiker, der ironische Überwinder der Romantik – und der politische Schriftsteller.

Der Freund von Marx und Engels erhofft sich eine emanzipatorische Revolution für Deutschland und kann doch nicht die Augen verschließen vor allem, was dem im Wege steht und was er kunstvoll-spöttisch in seiner Dichtung besingt: den deutschen Korpsgeist, die Spießigkeit, die Schwermütigkeit, die Ordnungsliebe und die gar nicht so liebe Ordnung, die durch Gewalt und Zensur in seinem Geburtsland herrscht.

Und heute? Wo stehen wir in Bezug auf Heines Deutschlandkritik und seinem Ruf nach Veränderung angesichts der globalen Polykrisen, des allgemeinen Vertrauensverlustes in die Demokratie, der Rückkehr des Konservatismus, Autoritarismus, Chauvinismus, Populismus, Nationalismus, des universalen „Me First“, „Nation First“? Was ist aus Heines neuem Lied geworden? Singen wir wieder das alte?

Autor und Regisseur Alexander Eisenach lässt sich in dieser Stückentwicklung von Heines lyrischem Werk inspirieren, um nach Zonenrandgebiet (UA) und Anthropos Antigone (UA) seine poetisch-politische Erforschung deutscher Geschichte in Kassel fortzuschreiben und die Frage nach unserem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis, unseren Zukunftsängsten und reaktionären Sehnsüchten – der GERMAN ANGST – zu stellen. Und doch, trotz alledem:

„Gib dich zufrieden, Vater Rhein,
Denk nicht an schlechte Lieder,
Ein besseres Lied vernimmst du bald –
Leb wohl, wir sehen uns wieder.“


In Kooperation mit dem In­sti­tut für Germanistik der Universität Kassel und dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben.

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Sibylle Pfeiffer, Carsten Rüger
Lichtdesign: Carsten Rüger
Kostüme: Bettina Werner
Sounddesign: Sven Michelson
Video: Oliver Rossol
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Animation: Sarah Franke
Dramaturgie: Alexander Olbrich
Beleuchtungsmeister: Oskar Bosman

Raststätte Jammertal bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Raststätte Jammertal

Schauspiel

Welcome to the BATES MOTEL

Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer

Kassel, 2006: Mit nur 41 Jahren verstirbt Markus Zimmer an Multiorganversagen. Freund:innen und Familie konnten ihn nicht vor seiner Sucht retten. Ein genialer Musiker, ein sensibler Mensch, bekannt für seinen Geschlechterklischees unterwandernden Stil, sein ausschweifendes Leben und seine Musik.

„Feels like I’m in heaven, oh I feel so fine. If you were only here my friend, you would have a real cool time.“

Markus Zimmer, genannt Zimbl, war der charismatische Frontmann der Punkband The Bates, die mit ihren eingängigen Melodien sowie rotzigen Coverversionen bekannter Poptitel die deutsche Musikszene der Neunziger Jahre und der Jahrtausendwende prägten - weit über Nordhessen hinaus.

„You forgot to kick some asses, you forgot to kick some asses…“

In einem Motel zwischen Eschwege und Phoenix: Seltsame Gäste weht es in einer Gewitternacht in das Bates Motel: einen Schlagzeuger, lädiert durch einen Autounfall, einen Priester mit einem geheimnisvollen Koffer, eine mysteriöse Geschäftsfrau auf der Flucht. Was wollen sie von dem schüchternen Rezeptionisten? Und wer ist die seltsame Frau mit dem Messer…? Alfred Hitchcocks Film Psycho war die Inspiration für den Namen der Band, die der junge Zimbl und seine Freunde Klube, Armin und Pogo - zu denen später noch Reb und Dully stießen – gründeten.

20 Jahre nach Zimbls Tod inszeniert und schreibt Regisseur Dominique Schnizer einen Theaterabend über Zimbl, mit Erinnerungen seiner Freund:innen und Wegbegleiter:innen und der unsterblichen Musik der Bates. Und auch der fiktive Namensgeber der Band hat einen Auftritt. Verbunden in ihrer Einsamkeit begegnen Norman Bates und Zimbl ihren inneren Dämonen. In einem Motel irgendwo zwischen Eschwege, Hessen und Phoenix, Arizona durchleben sie noch einmal die entscheidenden Momente ihrer eigenen komplizierten Geschichte.

„Feels like I’m in heaven“

In Kooperation mit Scheibenbeisser – Hessens großer und unabhängiger Schallplatten- und CD-Laden.

Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer

Regie: Dominique Schnizer
Bühne und Kostüme: Christin Treunert
Musik (auch Live): Augustin Zimmer
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke

Welcome to the BATES MOTEL bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Welcome to the BATES MOTEL

Schauspiel

Schamparadies

von Sina Ahlers

In einem Mietshaus am Kanal, außerhalb der Stadt, wohnen Mutter und Tochter. Die Mieten steigen und auch auf alle weiteren Krisen in ihrem Leben reagiert die Mutter handlungsunfähig und lethargisch. Da helfen auch die Vorwürfe und Bemühungen ihrer Tochter Vera nicht.

Getrieben von (vererbten) traumatischen Erinnerungen überquert Vera den Kanal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite ist die Welt eine andere. Es riecht nach Körpern, es wuchert, es ist … Abseits. Hier sorgen zwei Furien, Tine und Mascha, dafür, dass die Scham einen festen Platz bekommt. Sie greifen gesellschaftliche Tabus an, schlagen, prügeln und bringen so die innersten Abgründe der Menschen zum Vorschein.

Eine unheimliche und schöne Utopie. Käme es nicht zu diesem brutalen Zwischenfall in Garten Eden, als Matthias sich plötzlich einmischt.

Sina Ahlers, Autorin des Erfolgsstücks Milch & Schuld (UA), erhielt für Schamparadies den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2020.

In diesem Text, der nun am Staatstheater Kassel zur Uraufführung kommt, mischt Sina Ahlers knallhart Realismus und Expressionismus, Bildhaftes mit ihrer eigenen Direktheit. Mal entlarvend humoristisch, mal schmerzhaft radikal, befragt sie Status und Körper. In einer ganz eigenen Formsprache legt sie den schmalen Grat zwischen Intimität und sexuellem Missbrauch offen und blickt so der Scham und ihren Ursprüngen ganz schamlos ins Gesicht

In der Regie von Olivia Müller-Elmau, Regisseurin auf der Suche nach den widersprüchlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und Gefühlen, werden Trauma und Scham, die, teils über Generationen hinweg, fest in den Körpern sitzen und dort wuchern, sinnlich erfahrbar.

In Kooperation mit Mädchenhaus Kassel 1992 e.V.

Regie: Olivia Müller-Elmau
Bühne und Kostüme: Julius Böhm
Sounddesign: Jens Kilz
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Soufflage: Camilla Colonna

Schamparadies bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Schamparadies

Schauspiel

Great Balls of Fire! - Die Jerry Lee Lewis Story

Eine musikalische One-Man-Show von und mit Justin Hibbeler

Die lodernden Geschichten von Sünde und Erlösung kommen aus Radio und Bibel: sie schlagen Funken in gebietender Predigt und lockendem Pop. Ein verlorener Sohn, Jerry Lee Lewis, stürmt aus der tiefsten Provinz ins nationale Rampenlicht, heiratet heimlich seine 13-jährige Cousine, die nur eine seiner insgesamt sieben Frauen sein wird, und wird verdammt. Jahre später beobachtet ein Nachtwächter von Graceland – dem Anwesen von Elvis Presley –, wie sich ein 76er Lincoln Continental schnarrend durch den Kies der Zufahrt gräbt und nach einer letzten Beschleunigung das Tor rammt. Der Fahrer ruft mit einer Stimme ebenso schallenden Chroms: „I want to see Elvis! Just tell him, the killer’s here.“

Justin Hibbeler spielt, singt und erzählt die Story von Jerry Lee Lewis, die auch die Geschichte des Rock ’n’ Roll selbst ist und davon, wie Lewis Schwarze und weiße Musik zusammengebracht hat. Entlang der hämmernden und schmachtenden Songs geht dieser Abend auf eine Reise durch trübe Swimmingpools, schwitzige Tanzsäle und die britische Klatschpresse. Das Ende ist nah, die Hölle heiß.

Great Balls of Fire! – Die Jerry Lee Lewis Story, von unserem neuen Ensemblemitglied Justin Hibbeler, ist eine Übernahme des Landestheater Tübingen. Dort hatte es 2023 Premiere. Wir haben die
Produktion nun nach Kassel geholt, wo sie wechselnd im Theaterstübchen und im TiF zu sehen sein wird.

Regie: Justin Hibbeler
Mitarbeit Regie: Olivia Müller-Elmau
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Carlotta Huys
Dramaturgie Wiederaufnahme: Alexander Olbrich

Great Balls of Fire! - Die Jerry Lee Lewis Story bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Great Balls of Fire! - Die Jerry Lee Lewis Story

Schauspiel

Woman – Life – Freedom

Aktuelle Perspektiven auf feministischen Widerstand im Iran

Am 13. September 2022 wird die kurdische Iranerin Jîna Mahsa Amini von der sogenannten Sittenpolizei verhaftet, weil sie ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig getragen haben soll. Zwei Stunden nachdem sie auf der Wache ankommt, wird sie ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt wenige Tage später an Kopfverletzungen. Anschließend geht eine Welle von Protesten durch den Iran. Jin, Jiyan, Azadî / Woman - Life - Freedom / Frau - Leben - Freiheit lautet die alte Parole, die Protestierende weltweit auf den Straßen rufen und die inzwischen für den Gedanken einer feministischen Revolution stehen.

Was genau passierte da im Iran? Warum zu diesem Zeitpunkt? Wer protestierte und welche Konsequenzen hat und hatte diese Bewegung? Wie kann ich mich solidarisieren?

In der gleichnamigen Veranstaltungsreihe am Staatstheater Kassel wird diesen Fragen auf den Grund gegangen. Das Augenmerk liegt hierbei darauf, sich über ein akutes globales Medieninteresse hinaus auf internationaler Ebene solidarisch zu zeigen. Die Reihe wird so lange fortgesetzt, wie die revolutionären Bemühungen im Iran, aller Widerstände zum Trotz, andauern. Seien Sie dabei, bei Gesprächen mit Expertinnen, Updates, Lesungen, Filmen und Recherchen, sodass ein Ort der Begegnung, des Widerstands, der Frauenrechte und der Freiheit entsteht.

Folge 17: Rückblicke & Hoffnungen

Im Herbst 2022 begann, mit Jina Aminis Tod die Woman – Life – Freedom Revolution und damit auch unsere gleichnamige Reihe am Staatstheater. Unsere letzte Ausgabe, am 25. Feb, hatte die Eskalation der Gewalt zum Thema und nur drei Tage später begann der Krieg. In den letzten Jahren ist viel passiert. Hier am Theater haben in 16 Folgen Künstler:innen, Autor:innen und Aktivist:innen Perspektiven aus dem Iran und der Diaspora sichtbar gemacht. Wir möchten eine Bestandsaufnahme machen und gleichzeitig fragen: Was können wir von hier aus (als Künstler:innen) weiterhin tun? Was kann die Zukunft bringen? Welche Themen dann im Mittelpunkt stehen, wird die Zeit zeigen.

Mit: Leila Mohtadi, Touran Mohsenipour, Zohreh Almadani, Kibar Kay Delibas, Lisa Natalie Arnold, Laura Kohlmaier

Woman – Life – Freedom bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Woman – Life – Freedom

Jugendtheater

Robin Hood

ein Jugendstück von Elisabeth Pape / für alle ab 13 Jahren

Sherwood Forest im 14. Jahrhundert: Der Legende nach lebt hier Robin Hood frei und gesetzlos inmitten des tiefen Waldes. Jeder Pfeil trifft sein Ziel, wenn Robin Hood ihn schießt, jede List gelingt, wenn Robin Hood sie plant. Robin schart eine Bande um sich und gemeinsam kämpfen sie für die Gerechtigkeit. Sie nehmen dem reichen Adel das Geld und verteilen es unter den armen und ausgebeuteten Bauern. Sie sind schnell, klug und kein Abenteuer ist vor ihnen sicher.

Heute besitzen 1% der Menschheit mehr Geld als die restlichen 99% zusammen. Weltweit gibt es derzeit fast 2.800 Milliardär:innen, deren Vermögen im Jahr 2024 dreimal schneller gewachsen ist als in den Jahren zuvor. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Ein klassischer Fall für Robin Hood und die Bande!

Max Radestock studierte zunächst Schauspiel und war an verschiedenen Theatern engagiert. Von 2019 bis 2023 folgte ein Studium der Regie an der HfS für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 2022 arbeitet er als Regisseur unter anderem am neuen theater in Halle, am Staatstheater
Augsburg und am Jugendtheater Strahl in Berlin.

Elisabeth Pape studierte Theater- und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und anschließend Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr Theaterstück Extra Zero wurde mit dem Kleist-Förderpreis 2023 ausgezeichnet, außerdem erhielt sie das Leonhard-Frank-Stipendium 2023. Ihre Theaterstücke wurden u. a. am Staatstheater Augsburg, Theater Koblenz und Mainfranken Theater Würzburg uraufgeführt.

Regie: Max Radestock
Text: Elisabeth Pape
Bühne und Kostüme: Verena Waldmüller
Sounddesign (bis Premiere): Manuel Zschunke
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Bernadette Binner
Vermittlung: Sandra van Westen
Kampfchoreografie: Joachim Frazier

Robin Hood bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Robin Hood

Schauspiel

Faust Gretchen

nach Johann Wolfgang von Goethe

Eine theatrale Videoinstallation von Bert Zander - gemeinsam mit Kasseler Bürger:innen

„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, die bleiben, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Zitat, das das Dilemma Margaretes, genannt Gretchen, widerspiegelt. Der wohlsituierte Gelehrte Dr. Heinrich Faust hingegen ist in der Sinnkrise, verjüngt durch den Bund mit Mephisto drängt es ihn immer weiter zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Heinrich ist hin- und hergerissen und sucht den Lärm der Welt. Und Gretchen?

Goethe hat den realen Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt (1771) in Frankfurt verfolgt, parallel entstand sein Urfaust , der die althergebrachte Faust-Geschichte nunmehr um die Gretchentragödie ergänzt. Angesiedelt zwischen sozialer Situation und tragischer Liebesgeschichte erzählt sie das reale, fatale und ausweglose Schicksal einer jungen Frau jener Zeit. Nicht nur Faust und sein Begehren, sondern die gewaltigen Umstände der Zeit bringen Gretchen zu Fall. Frauen wie Gretchen waren meist unausgebildet, unwissend, abhängig und bedroht von Armut und Elend.

Welche Spuren hinterlässt Fausts Vorwärtsdrängen im Leben Gretchens, die in bürgerlichen, aber doch ärmlichen Verhältnissen lebt? Welche Chance hatte sie im Leben und wäre ein sozialer Aufstieg überhaupt möglich gewesen? Eine junge Frau zwischen Begehren, Selbstbehauptung und sozialem Zwang auf der einen Seite und Bürger:innen auf der anderen Seite, die Gretchens Geschichte zu kennen glauben und sie aus ihrer Perspektive nacherzählen. Für Ihre Rolle als Gretchen war Emilia Reichenbach 2022 für den Gustav Rühle Preis nominiert.

„Es ist Zeit, dass wir uns auf den Weg machen Gretchen 2021 ihre Würde zurückzugeben“, so Bert Zander, Regisseur und Videokünstler. Seine bisherigen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Videokunst und Theater waren u. a. an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Burgtheater Wien zu sehen. 2020 realisierte er für 3sat / ZDF Camus’ Die Pest als theatrale Miniserie.

Eine Kooperation mit der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V.

Regie: Bert Zander
Bühne & Kostüme: Lene Schwind
Schnitt: Fabián Barba Hallal
Dramaturgie: Katja Prussas
Mitarbeit Regie: Natascha Zander
Regieassistenz: Lina Gasenzer
Theaterpädagogische Vermittlung: Sabine Koller, Elisabeth Müller

Faust Gretchen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Faust Gretchen

Kinderprogramm

Leselust mit dem JUST⁺

„Es war einmal …“ In regeläßigen Abständen lesen wir euch aus unseren und euren Lieblingskinderbüchern vor. Kommt dazu und taucht mit uns ein in die wunderbare Welt der Bücher.

Mit:
Emilia Damm, Kim-Leona Deist, Carolina Löwenstein

Leselust mit dem JUST⁺ bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Leselust mit dem JUST⁺

Kurs

TANZ_Mit!

Seien Sie mutig und stehen Sie auf vom Sofa! TANZ_Mit! ist das Tanztraining für alle Tanzbegeisterten, die erste Schritte in angeleiteten Improvisationen und die Bewegungsvielfalt des Zeitgenössischen Tanzes kennenlernen möchten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, nur bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Treffpunkt 15 Minuten vor Beginn am Bühneneingang (Du-Ry-Straße 1).

Begrenzte Teilnehmer:innenanzahl mit vorherigem Kartenkauf für 3,50,- Euro an der Theaterkasse.

Bei Fragen wenden Sie sich an keiko.okawa@staatstheater-kassel.de

TANZ_Mit! bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte TANZ_Mit!

10

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition



Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Interim Kassel, Ludwig-Mond Str. 35D
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Show OnTour Musicals
Dinner- & Konzertshow
verschiedene Orte
Ereignisse / Festspiele Bad Hersfelder Festspiele 26.6. bis 16.8.2026
Familie+Kinder / Festival Brüder Grimm Festival Kassel 2.7. bis 9.8.2026
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic - Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Komödie Komödie Kassel Kassel, Friedrich‐Ebert‐Straße 39
Aufführungen / Kulturveranstaltung Kulturhaus Dock 4 Kassel, Untere Karlsstraße 4
Aufführungen / Kindertheater Junges Theater Göttingen Göttingen, Bürgerstraße 15
Aufführungen / Theater Schlosstheater Fulda Fulda, Schlossstraße 5

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.